Say: "Hallo!!!!!!!"

Feststellungen während des Aufenthaltes in der REHA-Klinik Tauibertal

August 2004

 Überlegungen  eines vorwiegend nördlich der Mainlinie Ansässigen, im südlich der Mainlinie gelegenen Taubertal getroffen

Die Problematik der Grußformel bei gesamttäglichem Kontakt
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Eine Sprache lebt

Rechtschreibreform kann das Leben nicht ersetzen

Die Problematik der Grußformel-Anwendung ergibt sich durch ständig wiederkehrenden Kontakt — — verteilt über den gesamten Tag.
Wie in anderen Sprachen auch, teilt sich der  Deutsche  bei der gegenseitigen Begegnung mit, welche Tageszeit gerade herrscht. Etwa der Franzose, der Italiener, der Russe. Wie auch der Spanier: "Buenas Dias!" (Anmerkung) . Der Spanier benutzt diesen Ausdruck aus Zweckmäßigkeit bereits zum Vormittag. oder denken wir an die UK-ler (die großen Briten):`good morning´ … `good evening´ > `good night´ …
Allerdings setzt die übliche Grußformel im Kreise von näher oder ferneren Bekannten, wie es sich nun mal in einer REHA-Klinik zwangsläufig herausbildet Grenzen auf der mentalen Ebene

  1. Gut geschlafen?
  2. Guten Morgen!
  3. Guten Tag
  4. Mahlzeit!
  5. Guten Tag
  6. Guten Abend
  7. Gute Nacht

Wie sich leicht aus dieser Aufstellung ergibt verbleiben diese Gruß-Worte ausgesprochen auf der Sachebene. Auch falls Sie mit dem Unterton der Begeisterung oder auch der Ablehnung gesprochen werden, ist das wesentliche Element: dass die Tageszeit mitgeteilt wird.

Gut geschlafen?  grschr  Ich bin gerade aufgestanden!
>< "Und DU?, wie geht es DIR?"
Guten Morgen! morgjn Es ist Morgen.
>< "Gehst DU auch zum Frühstück"
Guten Tag 'tarrch Der Einsatz dieses Grußes zeigt eigentlich die Problematik
>< ehe der Gruß ausgesprochen (ist es noch Tag oder schon Nacht??oder nur Strom ausgefallen)
ist der zu Grüßende oft schon außer  Grüß-Weite 
Mahlzeit! ma'seit Dies ist eine definierte Zeitangabe
>< He, es ist schon nach 12:30 Uhr, aber hej es gibt noch regulär Essen
Guten Tag n'tach s. hierzu oben ><
Guten Abend n'amd Die Anwendung ist natürlich jahreszeitabhängig
>< "Der Tag hat mich aber geschlaucht"
Gute Nacht  schlaf'schöön  Meist mit Einbruch der Dunkelheit benutzt
>< "Mir reicht es heute!!"

Deutsch im allgemeinen bietet zuviel Auswahl

Aus diesem kurzem Überblick der tageszeitbezogenen Grußformel aus mentaler, sachlicher und psychischer Sicht ergibt sich zwingend, dass es nötig sein sollte einen universellen aus der Sachebene gelösten Gruß zu nutzen.
Vom allgemeinen Staatsbürger der Bundesrepublik, in der Auswahl der in einer REHA-Klinik vertretenen Auswahl von Persönlichkeiten des täglichen Lebens, die wir letzten Endes jeder in seiner Voll- oder Unvollkommenheit als Nutzer der gesamtwirtschaftlich zu betrachtenden in den Grenzen des STAATES liegenden mit all unseren Schwächen und Stärken sind ... wird nach meiner Beobachtung hier im Hause nun - abgesehen von teilweise ein undeutliches "deitsch" sprechenden Patienten aus der näheren Umgebung, des Südens der Republik - die kurze Form,   Hallo!   benutzt.
Hallo: mit einem offenen deutschen 'a', oder regional gefärbt mit (eher) geschlossenem 'ó', seltener mit dem angliziertem 'ε' an der ersten Position des Wortes.
Zweifellos bietet diese Grußformel, den Vorteil dass der Nutzer seine gesamte Gefühlsebene in diesen Gruß hineinlegen kann, ohne durch die rationelle Grübelei, welcher Tageszeit er sich zuwenden soll, die Erkennung der aktuellen, akuten, momentanen Emotionen überdeckt.

Dennoch ist diese Grußformel "Hallo" von ihrer Wortsubstanz etwas kark und wenig bezugsvoll zur Beziehungsebene.

Der Vorteil im Freistaat

Hallo! - ist so unpersönlich

Zweifellos hat bevorzugt der  Bayer  (ausstrahlend wohl auch hin nach  Franken   und jener Einwohner der dem Freistaat zugeordneten Lande *Schwaben*) den Vorteil mit einem zünftigen "Grüß Gott" eine Grußformel intus zu haben. Bereits gebildet als die Persönlichkeit sich bildete (seit frühester Kindheit) . Diese ist sowohl universell frei vom Grübeln über die Tageszeit, als auch ausreichend kollateral, linguistisch emotional gefärbt.
Durch Hin- und Herzug sind die Grenzen des Ursprungsgebietes über die Region Altbayern hinaus ausgedehnt. Dennoch ist eine starke regionale Begrenzung vorhanden. So ist im westlich hiervon gelegenen Gebiet der Württemberger und der Baden die Variante "Grüßli Gottli"(?) seltener. Ebenfalls hört man aus der nördlich anschließenden Region selten eine fränkische Variante: "Ach Du heilges Blechle, ja grüß die Göttle". Demgegenüber gibt es durchaus urbayerische mundartliche Varianten der hochdeutsch formulierten Version "Grüß Gott" auf die hier nicht eingegangen werden soll, um das Thema nicht ausufern zu lassen. Obwohl die Versionen des Oberbayrischen (und des tiefalpenländischen Bayrisch) traditionell bedingt stark verschieden.

Alternativempfehlung aus dem nördlichsten Nord-Norddeutschen

Da jedermann mit dem Südgruß "Grüß Gott" im überwiegenden Teile der deutschen Länder und Regionen auf Unverständnis stößt sei hier eine Wortwahl aus dem extrem gegenüberliegenden Land am Meer zitiert.
Eine Alternative für die meisten Regionen Nord- und Mitteldeutschlands sowohl westlich als auch östlich von Elbe und Saale zum südstaatlichen Grüß ist wiederum andrerseits und tatsächlich auch vorhanden.
Im äußersten - sozusagen dänischen - Norden Deutschlands wird die vor dem Gruß nötige Betrachtung zur Tageszeit völlig unkonventionell gelöst. Der Friese - also eigentlich eher der Südschleswiger - vereinfacht sich den gegenseitigen Gruß durch die beständige Benutzung des "Guten Morgen!" in der regionalen Form "Moijn, Moin". Allerdings sind die Vertreter des äußersten Nordens (sogenannte Nordlichter) unter den Patienten offensichtlich selten vertreten, sodass hierzu keine statistischen Aussagen zu treffen sind.


buenos dias

Der spanische Ausdruck "buenas dias" ist ein Grußwort mit der Bedeutung des deutschen "Guten Tag". Irrtümlicherwiese wird von deutschen Touristen mitunter dies als Glückwunsch zu den schönen Urlaubsfotos verstanden, die dann später als Urlaubsdias die betdebte Langeweile bei Famitdentreffen verbreiten. >>>"Da schau der Onkel Jacobson mit seinem dicken Bauch, schau wie weit der mit seinem Bauch das Wasser der Flut verdrängt hat. hahahahah …"

persönlicher Wirkungskreis

Bekanntlich gibt es einen individuell bestimmten Persönlichkeitsabstand (vergl. hierzu psychotechnische Übungen) den jeder Mensch (zum Teil abhängig vom Gegenüber) um sich zu läßt. Einerseits bis zum N2N (Nase an Nase/ nose-to-nose) oder vorallem bei sexueller Nähe bis auf H2H (Haut-an-Haut-Gefühl), zum anderen auf Weiten größer "zwei Meter". Diesem Individualmaß überlagert, der Abstand nach dem Besuch beim griechischen Restaurant "Patanaikos" oder im Gespräch mit dem Genussheitsfan nach zwei Knoblauch-Zwiebeln.
Diese personengebundene Individual-Distanz ist natürlich beim Einander-Grüßen in "Abstand-zu-Lautstärke" verändert. Denken wir an die Bergsteiger, die sich in den Alpen von einem Dreitausender zum anderen Dreitausender grüßen und die Lautstärke durch Anwendung einer speziellen Jodeltechnik anpassen (müssen).
Auf den Gängen eines Gebäudes ist diese Technik unangebracht, dennoch soll bei ungeübter Kehle die Erhöhung der Lautstärke mit einer deutlichen (wenn auch ungewollten) Erhöhung der Aggressivität der Stimme verbunden sein. Womit die mentale Aussage eines vom >Sender< freundlichen Grußes sich in eine für den >Empfänger< als unzumutbar empfundene Anmache wandeln kann.



Endaussage

Nach all diesen Überlegungen, die ich angestellt hatte; meiner Erinnerung und Meinung nach noch auf dem Wege zum Frühstück.
Da immer am selben Ort verweilend, begnete mir der Grußpartner erneut. Jenes Wesen, so Anlass meines Nachdenkens geworden war. Endlich konnte ich ihn mit "HALLO" grüßen - tageszeitneutral - und wir setzten gemeinsam unseren Weg fort; zum Abendessen.

 


Die jener Endaussage nachgeordnete Gesamtaussage

Ins Netz gebracht von einem in  preußischer und Bundeshauptstadt  Lebenden aus der  sächsischen Hauptstadt  Gebürtigem , der seinen Mutterdialekt beibehalten konnte. Mit muttersprachlichen Kenntnissen des 'Mitteldeutschen', speziell des 'Dresdener Sächsisch' vertraut, sowie im norddeutschen Raum von 'Berlinisch' und einem 'südlichen Norddeutsch' umgeben. Des 'platten Deutsches' nicht unverständlich. Später auch des 'tiefsten Süddeutschs' vertraut gemacht.
Versucht habend und wollend; die hier fixierten Erkenntnisse mit höchster "politicial correctness" zu formulieren und diese Ansichten zu Dialekten und Sprachformen zwischen List/ Sylt und Berchtesgaden sowie Görlitz und dem westlichsten Ort vor "De Nederlande" zur allgemeinen Begutachtung nun hinterlegt.


The Headline Over The Headline

Anmerkung zu der  jener  Endaussage zugeordneten Gesamtaussage

Meinungsaustausche hierzu können gern/gerne/fei/eben/halt/gell/gelle im <Diskussions>forum 'Klartext' auf der Zwischennetzverwirklichung (Webpräsenz) des "Verbandes der Sprachpfleger" (VdS gewirklicht (realisiert) werden.

Und nun noch das PASSENDE Zitat von Johann Wolfgang von Goethe:

"Im Auslegen seit FRISCH und MUNTER.
legt ihr's nicht aus, so legt was unter"

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Getretener QUARK: wird breit nicht stark.