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   Archiv der JahresChronik:       bis 2002    2003     2004/ 1.Hj.     2004/ 2.Hj.     2005     2006


Persönliche Remineszenszen zu den Ereignissen des Jahres 1966 - the events of 1966

Chemiestudium: 01.09.1964 - 29.08.1969

Organische Chemie - 3. Studienjahr

5. Semester: organisch-analytisch — 6. Semester: organisch-präparativ

Analyse: Ermitteln der Stoffdichte (oder ?)

organische Flüssigkeiten mit einer Dichte etwas größer als "1"
Acetophenon: 1,024Dioxan: 1,033
Adipinsäurediäthylester: 1,009Essigsäureanhydrid: 1,082
Anilin: 1,022Fluorbenzol: 1,024
Anisol: 1,0124Glutarsäureäthylester: 1,027
Benzoesäureäthylester: 1,047Malonsäurediäthylester: 1,055
Benzoesäureamylester: 1,010Oxalsäurediäthylester: 1,078
Benzoesäuremethylester: 1,10*
Benzonitril: 1,005
Benzylalkohol: 1,043
o-Chlortoluol: 1,082

Frage des Assistenten zur Einstoffanalyse (irgendwelche Zimtderivate):
"Das Analysenergebnis ist falsch. Riechen Sie denn nicht was es für ein Stoff ist?"
— Nun, mein Erinnerungsvermögen für Gerüche wird wohl etwas gestört gewesen sein.

Dafür ließ sich die Zwei-Stoff-Analyse (flüssig) bereits durch fraktionierte Destillation trennen: einmal die -COOH am Benzolring (aromatisch) und einmal als -CH2-COOH in der Seitenkette.
In dem zweiten Falle war dann wiederum der Assistent etwas >pikiert< überrascht.

Dresdner Chemikerball 1966

Vortrag im großen SAAL der MENSA   (wochentags Dozenten-Speisesaal)   - TU Dresden

Mein Weg zur Prüfung im Fach Gesellschaftswissenschaften

Dresden, 25.11.1966

Meine sehr geschätzten Damen und Herren!

Sicher hat jeder von Ihnen schon mal eine Prüfung hinter sich gebracht. So kennen Sie wohl auch das Gefühl, wenn man am Prüfungstage nach Canossa geht. Am Vortag noch bis tief in die Nacht hineingelernt, weiß man am nächsten Alles und von dem NICHTS. Die tollsten Beziehungen und Definitionen gehen einem durch den Kopf, aber leider meist in unmöglichen Zusammenhängen.
Erlauben Sie mir also bitte, daß ich von meinem Wege zur prüfung im Fach Gesellschaftswissenschaften erzähle.

Chemikerball 2003 - die Tradition lebt! Also ... ich schritt am besagten Tag durch die Totalität der Welt, als plötzlich meiner höchstorganiserten Materie einfiel, daß ich noch keine Produkte der Naturalwirtschaft konsumiert hatte. Diese Negation war nicht zu negieren, sie war objektive realität. So wandte ich mich einem Gebäude zu, wo vom Bäckerhandwerk Produkte dezentralisiert wurden, unbeeinflusst davon, daß auch ein Schuster Brötchen backen könnte. Ich trat ein. Die verkaufende Ware Arbeitskraft hatte eine wunderbare organische Zusammensetzung. Nach einer kurzen Existenzform der Materie, 'tschuldigung … nach kurzer Zeit war soviel Masse in Energie verwandelt, daß ich Mut zu Wrten fand. Auf die Brötchen zeigend fragte ich nach deren Wert in der Äquivalenzform des Geldes.
Der Verkäuferin blieb die Kausalität verschlossen, aber nach kurzem Disput reichte sie mir das Produkt und verlangte 5 Pfg. an Geld in seiner Äquivalenzform Form als Zirkulationsmittel. Da mußte ich an die zyklische Krise meines   variablen   Kapitals denken. Die kurze Depression die mich befiel, wurde durch die Relation zwischen meiner Konsumtions- und meiner höchstentwickelten Materie beseitigt.
Bei der Erwähnung des Monismus meiner Pfennige und der Unmöglichkeit der Konzentration von Kapital in meinen Händen, verstand sie nichts. Als ich aber von den ständig wachsenden kulturellen Bedürfnissen, über Koexistenz von Wechselbeziehungen zu sprecghen kam, errötete sie   leicht  . Durch den Anblick des Brötchens inspiriert hatte ich die Intuition ihr eine Einladung zum Wochenende als Äquivalent zur Relativform des Brötchens anzubieten. Sie ging darauf ein, sagte aber, daß diese Ausnahme ein Absolutum sei und ich sollte nicht darüber sprechen, sonst könnte man an ein Dumping glauben und ihr Existenzialismus wäre bedroht. Ich stimmte ihr zu, denn ich wollte sie nicht in die absolute Verelendung treiben.

Wieder auf der Straße stehend fühlte ich mich operativ selbständig, so verschlang ich eigenverantwortlich das Brötchen, dessen Produktion mir die Reproduktion der negation der Negation in meinem Mageninneren, also die Kräftigung für die Prüfung erlaubte. Nach dieser fast ursprünglichen Akkumuilation fühlte ich mich idealistisch und materialistisch gehoben und war überzeugt in der Prüfung nicht im Amortisationsfonds zu erscheinen.

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