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Osmium — (Atomgewicht 190,23)

Osmium als Platinmetall im PSE in der achten Nebengruppe begleitet Platin in seinen Vorkommen. Als Platin anfangs des 19. Jahrhunderts praktisches Interesse wegen seiner Beständigkeit gegen Schwefelsäure fand, wurde bei der Untersuchung des beim Auflösen des Platinerzes (das damals schwer zu beschaffen war!) verbleibenden Rückstände auch dieses Element entdeckt.

Osmium fand Smithson Tennant (1761 - 1815); kurze Zeit nachdem Wollaston bereits Palladium und Rhodium im Platinerz fand.
Tennant - von der Ausbildung her - hatte den medizinischen Doktortitel erworben, war allerdings nicht als Arzt tätig, sondern widmete sich der Chemie und Mathematik. Zu jener Zeit (annfangs des 19. Jahrhunderts) beschäftigten sich mehrere Forscher mit den Platinmetallen, der Erste, der seine Ergebnisse veröffentlicht kommt die Ehre des Entdeckers und steht das Recht zur Namensgebung zu.

Tennant, Smithson: Discovery of two new Metals in crude Platina - J. Natur. Philos. Chemistry and the Arts (Nicholson's J.) London 8 1804 S 220f sowie Tennant, Smithson: On two Metals, found in black Powder remaining afteer the Solution Platina - J.Natur. Philos. Chemistry and the Arts (Nicholson's J.) London 10 1805 S 24 ff.

Der Rückstand beim Auflösen von Platinerz im Überschuss von Königswasser ist "schwarz" und wurde zunächst für Graphit angesehen. Tennant untersuchte diesen Rückstand und fand 1804, dass der Rückstand mindestens zwei metallische Komponenten enthält. Durch Behandlung mit Alkalien und Säuren erhielt er Iridium. Darüber hinaus bildete sich ein stark nach "Chlordioxid" riechender Stoff. Das Osmiumtetroxid OsO4 siedet bereits bei 100 °C und hat mithin bei Zimmertemperatur schon einen merklichen Dampfdruck.
Der augen- und atmungreizende Geruch dieser Verbindung gab der Neuentdeckung auch den Namen (ωσμη = Geruch/ Gestank).

Dieser Geruch hat auch Vauquelin und deFourcroy zum Osmiumtetroxid geführt, als sie den "Platinrückstand" mit K2CO3 aufgeschlossen und HNO3 weiterbehandelten.
Vauquelin: Sur l'iridium et l'osmium, métaux dans le résidu insoluble de la mine de platine, traitée par l'acide nitromuriatique - Ann. Chemie Paris [1] 89 1814 S 150 ff sowie Vauquelin: Du Mémoire sur l'iridium et l'osmium, métaux qui se &133; - Ann. Chemie Paris [1] 89 1814 S 225 ff

Praktische Bedeutung

haben die Platinmetalle - insbesondere natürlich das Platin als Schmuck, da sie nicht schwarz werden wie Silber, das mit Schwefelverbindungen aus der Luft schwarzes Silbersulfid bildet und seinen silbrig-weißen Glanz verliert. Osmium ist preiswerter als Platin. Es kommt als Legierungsmetall für Füllfederhalterspitzen und in der Medizin und Zahntechnik, sowie in der Elektrotechnik zum Einsatz. Auch in der Katalyse in der chemischen Produktion wird es in Trägerlegierungen verwendet.
Auch im Katalysator für Autoabgase spielen die Platinmetalle die wichtigste Rolle.

Vorkommen der Platinmetalle

Platinmetalle kommen sowohl in "primären" als auch "sekundären" Lagerstätten vor: in Ontario (Canada), in Transvaal (Südafrika) als Sulfide in Kupfer-Nickel-Erzen. Durch Verwitterung und Ausschwemmung in sekundären Lagerstätten: Kolumbien, im Ural (Russland). Inm Ural gab es 1843 einen Einzelfund eines Klumpens von 12 kg. Wegen der günstigen Bedingungen der Funde im Ural wurden vom russischen Finanzminister Edgar F. Kankrin 3-, 6-, 12-Rubel-Münzen geprägt in einer Gesamtmenge von 14.500 kg Platin.
Gedingenes Platin ist eine Quelle, aber auch folgende Minarilien finden sich:

Entsprechend der chemischen Verwandtschaft werden Platinbegleiter zunächst als Legierungen "Platin-Iridium" (Platin, Iridium, Rhodium, Palladium) einerseits und andereseits als "Osmium-Iridium" erhalten (Osmium Iridium, Rhodium, Ruthenium) erhalten. Rohplatin wird aus gediegenen Erzen durch Waschen und sedimentation gewonnen. Aus gold-, nickel- und kupferhaltigen Erzen werden Platinmetalle durch Raffination aus dem Anodenschlamm gewonnen. Die Trennung des Platin und der Einzelkomponenten ist ein aufwendiger Prozess.
Zum Verständnis der Häufigkeit kurz eine Gegenüberstellung von mittleren Häufigkeiten in der Erdkruste.

MetallHäufigkeit (mg/t Erdkruste)
Platin5
Palladium10
Ruthenium1
Rhodium1
Osmium1
Iridium1
zum Vergleich:-
Eisen50.000.000
Kupfer70.000
Silber100
Gold5

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